Politische Arbeit

Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Landeshaus Kiel, Foto: M. Hausen

 

Wir haben ein Ohr an der Bürotür unserer Ministerin. Wir versuchen mit dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur regelmäßig im Kontakt zu bleiben, um uns für das Fach Musik einzusetzen!

 

Das Grundsatzpapier des BMU „Für musikalische Bildung an Schulen, Agenda 2030“ wurde vom Ministerium äußerst positiv aufgenommen und eine Bereitschaft zur Fortsetzung der regelmäßigen Zusammenarbeit mit dem BMU-Landespräsidium im Sinne der Agenda bestätigt.

 

 

Inhalt:

Musikalische Grundschule und Musiklehrerversorgung in allgemeinbildenden Schulen

Die beharrliche Intervention des BMU hat dazu beigetragen, dass sich die Landesregierung dazu entschlossen hat, das Projekt der Bertelsmann-Stiftung „Musikalische Grundschule“ für Schleswig-Holstein zu beantragen.
Es handelt sich hierbei um ein Projekt zur Schulentwicklung, welches bewirken kann, dass Musik im gesamten Schulleben der beteiligten Schulen zum Einsatz kommt. Es werden Prozesse an den Schulen angestoßen, die vielfältige musikalische Aktivitäten in allen Fächern bewirken können, welche im Idealfall nachhaltig im Schulprogramm verankert werden.

Nähere Informationen und Interessensbekundung zur "Musikalischen Grundschule":
Barbara Weber, MBWK
barbara.weber.xxx@keinSpam.bimi.landsh.de
0431-988-5791

 

Im Hinblick auf die Situation der ästhetischen Fächer an den allgemeinbildenden Schulen werden sich erstmalig der BDK (Fachverband für Kunstpädagogik) und der BMU zu einer konzertierten Aktion verabreden. Beide Verbände machen sich Sorgen im Hinblick auf den Lehrkräftenachwuchs, gerade was den Sek1-Bereich angeht und beide Verbände werden sich zur Anhörungsfassung der neuen Oberstufenverordnung Gymnasien äußern. 

Im September werden die beiden Vorstände aus diesem Grund ein Gespräch mit Bildungsministerin Prien durchführen, dessen Ergebnisse hier anschließend veröffentlicht werden.

(15.08.2019)

Fächerausbildung in der Sonderpädagogik wird fortgesetzt

LehramtsanwärterInnen der Sonderpädagogik werden - entgegen lang diskutierter Pläne -  weiterhin in zwei Fachrichtungen und zwei Fächern ausgebildet, die jeweils von Studienleitungen der Sonderpädagogik unterrichtet werden. Dies gilt auch für das Fach Musik. So ist auch künftig gewährleistet, dass beispielsweise Schülerinnen und Schüler an einem Förderzentrum Geistige Entwicklung von ausgebildeten Sport-, Kunst- und Musiklehrern unterrichtet werden. Der Protest des BMU (s. 08.11.2015) und das Engagement anderer Verbände wird sicher einen Einfluss auf diese Entscheidung des Ministeriums gehabt haben!

(08.07.2017)

Gespräch mit der Wissenschaftsministerin Ahlheit am 4.11.16

Anke Rosbach, Gaja von Sychowski und Sebastian Klingenberg aus dem Landespräsidium des BMU nahmen am 4.11. einen Gesprächstermin mit der Schleswig-Holsteinischen Ministerin für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung Kirsten Ahlheit wahr, in dem es um Nachwuchsbildung an Musiklehrkräften in den Ausbildungsinstituten des Landes ging.
Kirsten Ahlheit ließ sich im Gespräch ausführlich begründen, warum es im Fach Musik weiterhin getrennte Ausbildungswege in Richtung Lehramt Sek 1 an der Universität Flensburg und Sek 2 an der Musikhochschule Lübeck geben sollte. Beide Institute haben sich seit vielen Jahren darauf spezialisiert den unterschiedlichen Anforderungen der beiden Lehrämter gerecht zu werden und arbeiten derzeit an einer Kooperationsvereinbarung, die es erleichtern soll, zwischen den Instituten zu wechseln. 
Frau Ahlheit sagte zu, dass der BMU an der Kooperationsvereinbarung beteiligt werden wird und dass sie an beiden Instituten dafür werben wird, der Ausbildung künftiger Lehrkräfte im Fach Musik genügend Raum zu lassen. Während in Lübeck derzeit die Studierendenzahlen glücklicherweise wieder steigen, fehlt gerade an den Grund- und Gemeinschaftsschulen weiterhin der Nachwuchs. 

Endlich wieder mehr Referendarinnen und Referendare im Fach Musik!

Der BMU hat sich in den vergangenen Jahren immer wieder und gegen zahlreiche Widerstände dafür eingesetzt, dass Musik im Einstellungsverfahren neuer Referendarinnen und Referendare zum Mangelfach erklärt wird, um die Zulassungszahlen zu erhöhen.  Die Gesamtzahl neuer Referendarinnen und Referendare hat sich nämlich seit 2004 im einstelligen Bereich befunden und war zwischenzeitlich auf zwei gesunken.

In diesem Jahr ist unserer Forderung endlich entsprochen worden und es ist ein erfreulicher Zuwachs an Lehrkräften im Vorbereitungsdienst für das Fach Musik zu erwarten. Frau Hoene hat in der Fachteamsitzung Musik jüngst berichtet, dass 15 Bewerberinnen und Bewerber ein Angebot auf einen Referendariatsplatz erhalten hätten.

Ein erfreulicher Erfolg für unser jahrelanges Bemühen in diesem Bereich!

 

(22. Juni 2016)

Land will sonderpädagogische Fächerausbildung streichen! Der BMU protestiert gegen diese unverantwortliche Maßnahme.


Ab 2018 wird es keine sonderpädagogische Fachausbildung mehr geben. In Zukunft werden sonderpädagogische Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst den allgemeinbildenden Schulen zugeordnet und daneben nur noch in zwei behindertenspezifischen Förderschwerpunkten ausgebildet. 

Damit geht die in den letzten Jahrzehnten intensiv entwickelte sonderpädagogische Fachkompetenz  in unverantwortlichem Maße verloren. Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf in den Förderzentren und in den allgemeinbildenden Schulen werden die Leidtragenden sein. Gerade dem Fach Musik  kommt in der Arbeit mit behinderten und problembelasteten Menschen eine ganz erhebliche  und durch kein anderes Fach zu ersetzende Bedeutung zu.  Mittlerweile gibt es zahlreiche empirische Untersuchungen, die differenzierte Effekte von Musik auf Wahrnehmung, Bewegung, Emotionalität, Sozial- Sprachverhalten und kognitive Prozesse nachweisen. Um dies möglich zu machen, bedarf es unbedingt auch in der zweiten Ausbildungsphase einer fundierten Anleitung, in der Fachspezifik und Kenntnisse der Sonderpädagogik verknüpft werden. 

Wir sehen in den geplanten Maßnahmen - besonders bezogen auf die Musik – einen eklatanten Rückschritt in Bezug auf das erklärte Ziel einer gelingenden Teilhabe. Inklusion kann so den gesetzten Ansprüchen nicht gerecht werden und bleibt eine leere Worthülse.

 

Hier die Stellungnahme des BMU-SH.

Gespräch mit der Bildungsministerin Ernst am 20.10.15

Am 20. Oktober haben Ulrike Plorin, im BMU zuständig für Sonderpädagogik, Sabine Hoene als Beauftragte für Aus-, Fort- und Weiterbildung und Sebastian Klingenberg als Landespräsident ein Gespräch mit der Ministerin für Bildung Britta Ernst geführt, an dem auch Manfred Lauck als Fachaufsicht Musik teilnahm.

In diesem Gespräch ging es vorrangig um die geplanten Änderungen in der Lehramtsausbildung für Sonderpädagogik, deren fachunterrichtliche Anteile ab 2018 nicht mehr von Ausbildungskräften der Sonderpädagogik übernommen werden sollen, wodurch das spezifische, über Jahrzehnte entwickelte Know-How in der Fachvermittlung an Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf genauso verloren gehen wird wie die fachspezifische Beratungskompetenz der Studienleiterinnen und Studienleiter.

Für das Fach Musik ergeben sich allerdings noch weitergehende Konsequenzen: es wird an den noch weiter existierenden Förderschulen keine ausgebildeten Musiklehrerinnen und -lehrer mehr geben, da Sonderpädagoginnen und -pädagogen in Zukunft in einem einzigen Fach ausgebildet werden und nur noch zwischen Deutsch, Mathematik und Englisch wählen können.

Sabine Hoene schlug vor, dass zumindest eines der drei Pflicht-Module der LiV in Zukunft von einer sonderpädagogischen Studienleiterin oder -leiter übernommen werden. Frau Ernst betonte, dass sie die Bedenken des BMU sehr ernst nehmen würde und forderte dazu auf, bis Ende Oktober eine Stellungnahme zur geplanten Verordnung zur Gestaltung des Vorbereitungsdienstes zu schreiben.

Im weiteren Verlauf des Gesprächs ging es um den Mangel an Musikerziehung in Kindertagesstätten und die zurückgehende Unterrichtsversorgung Musik an den allgemeinbildenden Schulen.

Der BMU betonte die Wichtigkeit der fachkundigen Anleitung musikalischer Tätigkeiten in den Kindertagesstätten in Hinblick auf die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder.

Im Bereich der Grundschule und der Sekundarstufe I wurde das Problem der Kontingentstundentafeln aufgezeigt, die einen verdeckten Unterrichtsausfall in großem Maßstab verursachen, die in besonderem Maß die Gemeinschaftsschulen betreffen. Gerade die Schülerinnen und Schüler, die von zu Hause wenig Anregungen im musisch-ästhetischen Bereich erhalten, werden in der Schule zu wenig gefördert.

Aber auch an den Gymnasien ist ein starker Rückgang an Lehrkräften im Vorbereitungsdienst zu beklagen, der auf die Regelungen der Kapazitätsverordnungen zurückzuführen ist, die Musik nicht als Mangelfach ausweisen. Regelmäßig werden Anwärter anderer Fächer vorgezogen. In der Oberstufe gibt es nur noch wenige Schulen, die Musik bis zum Abitur anbieten. Da Musik nur noch in einem einzigen Halbjahr im Abitur angerechnet wird, wird das Fach zunehmend weniger ernst genommen.

Herr Lauck konnte auf diese Ausführungen hin zusagen, dass die Einwände des BMU und anderer Verbände, die seit 2014 immer wieder vorgebracht worden waren, jetzt zu einer Anerkennung des Mangelfachstatus der Fächer Musik und Kunst in der Kapazitätsverordnung geführt hätten. Von daher ist ab kommenden Schuljahr wieder mit einem deutlichen Anstieg der Absolventenzahlen im Vorbereitungsdienst zu rechnen.

Ministerin Ernst konnte in Hinblick auf die Kontingentstundentafel keine solchen Zusagen machen, da ein Mindestkontingent Musik der durch die KMK geregelten Idee des Konzeptes widersprechen würde und nur als zusätzliches Deputat denkbar wäre, was die Gesamtzahl der Sek1-Stunden überfordern würde. Um die Mängelversorgungen aber offenzulegen, plane das Ministerium eine Datenerhebung im Rahmen von standardisierter Schulverwaltungssoftware. Dieses sei aber nur langfristig zu realisieren. Bis dahin bleibe es an den einzelnen Schulen, für mehr Musikunterricht beispielsweise innerhalb des Ausbaus des Ganztagsschulbetriebs zu sorgen. Es bleibt nach wie vor eine wichtige Herausforderung, für mehr Nachwuchs an den Ausbildungsinstituten in Flensburg und Lübeck zu sorgen.

Wir hatten in diesem Gespräch das Gefühl, dass wir ein Bewusstsein dafür schaffen konnten, dass dem Fach Musik zwar vielfach eine hohe Bedeutung zugesprochen wird, es aber doch oft den Kürzeren zieht, wenn es an den Schulen darum geht, sich zwischen der Unterrichtsversorgung in berufsvorbereitenden Fächern und musischer Erziehung zu entscheiden.

Es bleibt die Aufgabe aller Beteiligter, das Schulfach Musik im Auge zu behalten - sei es durch Weichenstellungen im administrativen Bereich oder durch Werbung vor Ort: Werbung für eine ganzheitliche Erziehung, die es Kindern und Jugendlichen ermöglicht, sich auch vielfältig musikalisch zu betätigen, sich in der Welt der Musik zu orientieren und sich so auch ein Stück weit selbst zu finden.