LMR Pressemitteilung: Verschollen zwischen Kneipe und Spaßbad? - Gemeinsamer Appell an den Ministerpräsidenten

  |  Pressebericht 

Mit großer Spannung warten tausende von Amateurmusiker*innen und Sänger*innen im Lande seit langem immer wieder auf die neuen Corona-Verordnungen der Landesregierung, um jedes Mal erneut festzustellen, dass sie nicht wirklich vorkommen.

Während es für alle möglichen Institutionen klare Vorgaben gibt wie bei Restaurants, Kneipen, Bädern oder für das Training im Sportverein, sind die Regeln für Chöre, Musikvereine, Schulensembles etc., die für unsere musikalische Bildung existentiell sind, diffus oder nicht vorhanden. Die Betroffenen werden mit ihren Anliegen innerhalb der Ministerien von der Bildung bzw. Kultur zur Gesundheit und wieder zurück verschoben. Verzweifelt wenden sich viele der Chor- und Orchesterleiter*innen dann an den Landesmusikrat, der seinerseits aber auch nur auf die vorhandenen Verordnungen und deren Unklarheiten zu Thema Probenarbeit im Bereich der Amateurmusik hinweisen kann. Dabei liegen gerade in diesem Bereich seit langem konkrete Hygienekonzepte vor, die sich bereits in der Vergangenheit bewährt haben.

Zu Recht sprach unser Ministerpräsident Daniel Günther über die Kultur als „wichtigen Kitt der Gesellschaft“. Dabei bleibt aber zu bedenken, dass auch Kitt ohne entsprechende Pflege austrocknen und zerbröseln kann.

 

Gemeinsamer Appell an den Ministerpräsidenten

In einem Gemeinsamen Brief habe sich am 21. Mai Willi Neu (Landesverband der Musikschulen in Schleswig-Holstein e.V.), Hans-Jürgen Wulf (Landeskirchenmusikdirektor der Nordkirche), Kay Priess (Musikerverband Schleswig-Holstein), Benjamin Reiners (Generalmusikdirektor des Theaters Kiel), Sebastian Klingenberg (Landesverband S-H des Bundesverbands Musikunterricht/BMU), Dr. Ute Lemm (Generalintendantin des Schleswig-Holsteinischen Landestheaters) und Dr. Volker Mader (Präsident des Landesmusikrats Schleswig-Holstein) an den Ministerpräsidenten gewandt und ihn aufgefordert, genau definierte und umsetzbare Richtlinien für die Musizierpraxis zu erlassen:
- für Proben in geschlossenen Räumen anhand konkreter Hygienekonzepte, die sich bereits in der Vergangenheit bewährt haben, dies auch mit Sänger*innen und Bläser*innen,
- für Konzerte und vergleichbare Auftrittsmöglichkeiten in geschlossenen Räumen auch außerhalb der bisherigen Modellprojekte.